Das Letzte 06
Das Letzte 06, leider nachdem das letzte ausgefallen ist. Wegen is nicht. Das mit dem Studium war nh Scheiß-Idee. Ich mach nh Pommesbude in Mallorca auf. Aber erst in zwei Wochen. So langsam läuft das Projekt so richtig. Wenn alles glatt läuft kommen wir heute Abend auf 15 Artikel. Wenn nicht, dann nächste Woche. Na wenigstens etwas.
1.
An der Penn State in den USA gibt es den Kurs SOC 119. Ziel des Kurses ist weniger das stumpfe auswendig lernen von Inhalten als die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Phänomenen. Ob BLM und Jan 6, Israelis und Palästinenser, Religion, Kriminalität, Sexualität oder Identität, all das wird in dem Kurs diskutiert ohne, dass der Respekt für alle Parteien verloren geht. Ziel ist immer eine kritische aber respektvolle Diskussion welche allen Perspektiven den nötigen Raum gibt. Einer der Hauptfaktoren für den Erfolg des Kurses ist der Dozent, Dr. Sam Richards. Er moderiert, stellt Fragen, eröffnet Perspektiven und zeigt Widersprüche auf. Für mich ist der Kurs der Beweis, dass es sich lohnt mit allen zu diskutieren und allen zu zuhören. Ein Gefühl, dass mir in letzter Zeit öfters mal abhandengekommen ist. Wem es ähnlich geht, der sollte vielleicht mal reinschauen. Ich glaube da ist für jeden etwas dabei.
2.
Es ist wieder mal Zeit eine Studie einzubauen. Im folgenden angerissene Studie wurde zwar in den letzten Wochen schon intensivst über die Titelblätter der großen Zeitungen weltweit gejagt, ich möchte aber nochmal die Gelegenheit nutzen die Studie hier vorzustellen.

Abstract
Global projections of macroeconomic climate-change damages typically consider impacts from average annual and national temperatures over long time horizons1,2,3,4,5,6. Here we use recent empirical findings from more than 1,600 regions worldwide over the past 40 years to project sub-national damages from temperature and precipitation, including daily variability and extremes7,8. Using an empirical approach that provides a robust lower bound on the persistence of impacts on economic growth, we find that the world economy is committed to an income reduction of 19% within the next 26 years independent of future emission choices (relative to a baseline without climate impacts, likely range of 11–29% accounting for physical climate and empirical uncertainty). These damages already outweigh the mitigation costs required to limit global warming to 2 °C by sixfold over this near-term time frame and thereafter diverge strongly dependent on emission choices. Committed damages arise predominantly through changes in average temperature, but accounting for further climatic components raises estimates by approximately 50% and leads to stronger regional heterogeneity. Committed losses are projected for all regions except those at very high latitudes, at which reductions in temperature variability bring benefits. The largest losses are committed at lower latitudes in regions with lower cumulative historical emissions and lower present-day income.
Die Wissenschaftler des Potsdam-Instituts gehen der Frage nach, inwiefern die Kosten, die durch den Klimawandel entstehen mit den Kosten für die Bewältigung des Klimawandels zu vergleichen sind. Um es kurz zu machen: Das nötige Investment liegt weiter unter der Summe der Schäden mit welcher wir bei gewissen Schäden rechnen müssen. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht weiter Spoilern, habe aber zwei Gedanken. Erstens ist das Ergebnis der Studie leider wenig überraschend aber selbst für mich in den Dimensionen nochmal sehr hilfreich gewesen. Zweitens ist die Studie aber wahrscheinlich in etwa so als wollte man einem Amerikaner Waffengesetze aufs Auge drücken. Obwohl die richtige Maßnahme viele Leben schützen würde, und allen viel Geld und Ärger ersparen würde ist die Realisation der Ziele so weit weg vom eigenen Leben, dass man auf Granit beißt. Das einzige Resultat ist dann das jemand keifend in der Einkaufszone steht und einem etwas von Freiheit erzählt. Und trotzdem würde ich jedes Mal mit der Person diskutieren. Deswegen also auch das Paper. Große Empfehlung.
3.
Ich habe in den letzten Wochen angefangen eine Browsererweiterung zu nutzen, von dem ich glaube, dass sie jeder Nutzen sollte. Egal ob man KI für die Recherche nutzt oder nicht. Scite.ai scannt alle Paper die auf der offenen Browserseite verlinkt sind und zeigt einem mir an wie oft ein Paper zitiert wurde und ob positiv, negativ oder neutral. Abgesehen davon verlinkt es auf die Seite selbst mit ausführlicheren Infos. Ich finde es ist für die Nutzung im Alltag unglaublich praktisch. Wenn auch echt langweilig, dachte ich mir vielleicht auch mal was mit Sinn.

Für alle die nicht zufrieden sind, hier ein Video vom ersten chinesischen Polizei-Corgi:
Ich hoffe nächste Woche schaff ichs wieder. Bis dahin.
Tüdelü