Das Letzte 05
Es ist der 28.04. und ich muss in den nächsten drei Wochen meine BA fertigstellen. Wie, weiß ich noch nicht so ganz.
Es ist der 28.04. und ich muss in den nächsten drei Wochen meine BA fertigstellen. Wie, weiß ich noch nicht so ganz. Ich habe diese Woche ziemlich viele „Compilations“ auf Youtube geschaut. Ich glaube das ist ein guter Indikator für einen Zustand endgültiger Prokrastination. Bis zur Abgabe fühlt sich vieles etwas anstrengend und mühsam an. Aber ich denke das gehört dazu. Wo wir grad beim Thema anstrengend und mühsam sind: Trumps nicht endende Gerichtsprozesse scheinen in die gleiche Kategorie zu fallen. Die Anhörung des Supreme Court und die damit einhergehenden Verzögerungen in den nächsten Wochen werden wahrscheinlich dafür sorgen, dass wichtige Anklagen nicht vor der Wahl im November beschlossen werden können. Dazu aber später mehr.
1.
Zunächst zu einem meiner absoluten Lieblings-Late-Night-Hosts, Conan O’Brian. Seit seinem Ende bei Conan hostet er den Podcast Conan O’Brian needs a Friend. Ich mag Conan O’Brian weil er sich selbst, tatsächlich, überhaupt nicht ernst nimmt und gleichzeitig ein ernsthaftes Interesse an seinem Gegenüber hat. Er stellt keine Markus Lanz sondern schafft es im richtigen Moment das richtige zu sagen. Dafür also an dieser Stelle eine große Empfehlung.
Nun hat er ehemalige Gäste seines Podcasts weltweit für seine vierteilige Serie „Conan O’Brian must go“ besucht. An vier grundverschiedenen Orten an allen Enden der Welt. In der Serie macht er was er am besten kann. Sich selbst nicht zu ernst nehmen, platte aber lustige Witze, unterhalten. Das finde ich erholsam, gerade jetzt. Auch hier also, große Empfehlung.
2.
Nun, bevor es nochmal emotional wird, einmal kurz zurück zu Trump. Ich glaube, dass viele hier in Deutschland nicht mitbekommen, was gerade auf dem Spiel steht und warum die Gerichtsverhandlungen über das Verurteilen oder Freisprechen von Trump hinaus für die amerikanische Gesellschaft relevant sind. Für mich ist, wenn ich etwas nicht einzuordnen vermag, immer folgende Seite der NYT ein guter Startpunkt. Auch, oder vielleicht, gerade wenn man die Geschehnisse sonst nicht so engmaschig verfolgt, ist das ein guter Startpunkt für eine Übersicht.

3.
Ich habe diese Woche irgendwann nachts um drei ein Video gesehen von einem relativ neuen Youtuber der jetzt anscheinend über Casey Neistat sein Studio hat. Jordan Studdard. Normalerweise schaue ich da maximal noch besagte Compilations aber dieses mal hat es mich echt berührt. Er hat gerade sein Studio gebaut und sich dabei zwei Fingerkuppen abgetrennt. Bevor jetzt manch einer abschalten mag, das Abschneiden selbst sieht man nicht. Und es war auch nicht der Grund warum mich das Video berührt hat. Mitten im Video merkte ich wie mir leicht übel wurde. Nicht weil seine Finger abgetrennt waren oder wegen der Rückstände des Unfalls, sondern weil er sich entschieden hat am nächsten Tag weiterzuarbeiten und das allein. Und genau das war er auch, wirklich allein. Er erklärt, dass er den Bau des Studios allein fortsetzen möchte, weil er sich zeigen will, dass er es kann, dass es weiter geht. Das Übelkeitsgefühl war schnell wieder weg aber ich glaube ich weiß jetzt warum. Weil im richtigen Moment, eine ehrliche Geschichte von einem Menschen der mit sich selbst kämpft und ehrlich erzählt wie es ihm damit ergeht einen tief berührt. Und wenn das unerwartet kommt, dann um so mehr. Seine Entschiedenheit weiter zu machen, seine Zuversicht und Stärke gaben mir in dem Moment Zuversicht. Da macht jemand in einem New Yorker Studio auf dem Dachboden von Casey Neistat ein Video darüber wie er sich ein Finger abgeschnitten und nicht aufgegeben hat. Und ich liege nachts um drei in meiner Studentenbutze im Bett und bekomme Zuversicht. Was ein unfassbarer Gedanke. Das Internet kann so schön sein.
Wenn ich mit der BA durch bin, werden die Beiträge auch wieder besser. Versprochen. Bis dahin versuche ich zumindest meinen Post-Rhythmus aufrechtzuerhalten.
Tüdelü