Das Letzte 03
Manchmal stelle ich fest, dass ich im Leben oft gerade das haben will was ich nicht habe kann. Eine fertige BA, ein unkompliziertes Privatleben, konsequenter Klimaschutz oder ein Kanzler ohne Erinnerungslücken. Dabei will ich das glaube ich garnicht. Wie langweilig ist bitte eine perfekte Welt.
Malen im Raumanzug und Wölfe im Schafspelz
Manchmal stelle ich fest, dass ich im Leben oft gerade das haben will was ich nicht habe kann. Eine geschriebene Bachelorarbeit, ein unkompliziertes Privatleben, konsequenter Klimaschutz oder ein Kanzler ohne Erinnerungslücken. In solchen Momenten scheint der berühmte Tag, an dem man sorgenlos morgens die Zeitung holt, sie aufschlägt und liest „Gestern nix passiert - Alles gut“ wirklich wünschenswert. Wenn ich aber ehrlich mit mir selbst bin, dann stelle ich fest, dass ich das gar nicht will. Ich mag es herausgefordert zu sein. Ob privat oder in der Uni. Ich mag es über Lösungen diskutieren und mich über die Dinge die besser laufen könnten aufzuregen. Wie langweilig wäre es ohne all das. Das vergesse ich zu oft. Damit also zu meinem Das Letzte 03 am Ende einer Woche die nicht ganz einfach es aber definitiv wert war.
1.
Im Zuge der Recherche für meine BA bin ich diese Woche über ein Paper gestolpert, welches sich mit der Frage beschäftigt wie Verhandlungsführer im Bereich Umwelt Einigungen erreichen. Bevor ihr das aber jetzt überspringt, gebt mir eine Chance. Das Paper mit dem treffenden Titel „Present generation’s negotiators realize their interests at the cost of future generations“ stellt fest, dass die Verhandlungsführer tendenziell Einigungen erzielen, welche zum eigenen Vorteil aber zulasten zukünftiger Generationen gehen. Die Erkenntnisse wurden aber nicht auf Basis von existierenden Daten zu bestehenden Verträgen gewonnen, sondern unter Laborbedingungen. Heißt, ob CDU oder Grüne, Deutschland oder Fidji, hat keine größere Rolle gespielt. Anstatt dessen scheint es strukturell ein Problem mit der Realisierung der Interessen zukünftiger Generationen zu geben. Jenseits von Realpolitik. Was bedeutet das? Ehrlich gesagt ich weiß es nicht, aber es ist auf jeden Fall eine weitere Debatte, die zu führen ist. Ich glaube, dass das Paper mehr als nur reguläre Leser des Journal of Environmental Psychology relevant ist. So here you go:

2.
Am Samstag habe ich außerdem eine Spezialausgabe des Table Today mit dem ehemaligen US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell. Abgesehen davon, dass ich kein großer Fan von Michael Bröker bin, war der Podcast aber trotzdem ziemlich erschreckend. Es ist bekannt, dass Grenell starke Ansichten hat, die er gerne lautstark präsentiert. Wie sehr diese Ansichten aber kongruent mit dem Weltbild von Donald Trump sind war mir aber, glaube ich, nicht bewusst. Da er eine Option für ein Außenminister unter Trump wäre, lohnt es sich aber trotzdem reinzuhören. Es gibt ein Vorgeschmack auf das was kommen könnte. Grenell ist nämlich einer jener Trumpisten die nach außen das Gewand eines Diplomaten tragen, tatsächlich aber ziemlich entrückt sind. Auch das ist bekannt. Doch man vergisst manchmal wie gefährlich ein Wolf sein kann vorgibt zahm zu sein. Ein Wolf im Schafspelz.
3.
Weil ich mir aber vorgenommen habe die Dinge positiver anzugehen und hier eben auch zu beenden, versuche ich das jetzt. Obwohl mich die Herausforderungen motivieren, sind es doch letztlich auch die guten Momente, die mich an einen Glaubenssatz erinnern: „Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, ist es auch nicht das Ende“. In diesem Sinne also genau das: die Geschichte vom ersten im Weltall gemalten Bild. Sie gibt mir die Zuversicht, die manchmal fehlt.
Na, wenigstens etwas.